
Mindestlohn in Deutschland 2026 – Stundenlohn, Brutto, Netto und Gehaltsabrechnung
Wer in Deutschland arbeitet, sollte einen der wichtigsten Begriffe rund um das Gehalt kennen: den Mindestlohn – also den gesetzlich vorgeschriebenen niedrigsten Stundenlohn.
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 13,90 € brutto pro Stunde. Ab dem 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 € brutto pro Stunde.
Der Mindestlohn gilt grundsätzlich auch für Minijobs, Teilzeitbeschäftigte und ausländische Arbeitnehmer, wenn sie in Deutschland arbeiten. Allerdings gibt es gesetzlich festgelegte Ausnahmen.
Doch allein die Zahl 13,90 € sagt noch nicht alles.
In einer Stellenanzeige findest du vielleicht den Stundenlohn, im Arbeitsvertrag das Bruttogehalt und auf der Lohnabrechnung zahlreiche weitere Begriffe und Abkürzungen.
In diesem Ratgeber erklären wir:
- wie hoch der Mindestlohn in Deutschland 2026 ist;
- wie viel Mindestlohn ungefähr im Monat ergibt;
- was der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist;
- wer Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn hat;
- wie der Mindestlohn bei Minijob und Teilzeit funktioniert;
- was bei Überstunden und Zuschlägen zu beachten ist;
- wie du deinen tatsächlichen Stundenlohn überprüfen kannst;
- was die wichtigsten Angaben auf einer deutschen Lohnabrechnung bedeuten;
- und was du tun kannst, wenn du glaubst, dass dein Arbeitgeber zu wenig bezahlt.
1. Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?
Der Mindestlohn ist die gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze pro Arbeitsstunde. Arbeitgeber dürfen diesen Betrag grundsätzlich nicht unterschreiten, wenn das Mindestlohngesetz auf das jeweilige Arbeitsverhältnis anwendbar ist.
Im Jahr 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn:
13,90 € brutto pro Stunde
Ab dem 1. Januar 2027 beträgt er:
14,60 € brutto pro Stunde.
Das wichtigste Wort dabei ist brutto.
13,90 € sind also nicht automatisch der Betrag, den du für jede Arbeitsstunde auf dein Bankkonto überwiesen bekommst.
2. Brutto und Netto – was ist der Unterschied?
Brutto und Netto gehören zu den wichtigsten Begriffen, die du kennen solltest, wenn du in Deutschland arbeitest.
Bruttogehalt ist dein Arbeitsentgelt vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.
Nettogehalt ist der Betrag, der nach den entsprechenden Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen übrig bleibt.
Vereinfacht:
Brutto
↓
Steuern + Sozialversicherungsbeiträge
↓
Netto
Steht beispielsweise in einer Stellenanzeige:
15,00 € brutto pro Stunde
bedeutet das 15,00 € Bruttolohn für eine Arbeitsstunde – nicht 15,00 € auf deinem Bankkonto.
Deshalb gibt es auch keinen allgemeingültigen Betrag für den „Mindestlohn netto“.
Wie viel vom Bruttolohn netto übrig bleibt, hängt von der persönlichen Steuer- und Sozialversicherungssituation des Arbeitnehmers ab.
3. Stundenlohn und Monatsgehalt – zwei unterschiedliche Arten der Bezahlung
Der Stundenlohn ist die Bezahlung für eine Arbeitsstunde.
Zum Beispiel:
15,50 € brutto pro Stunde
Ein Monatsgehalt ist dagegen ein fest vereinbarter Betrag pro Monat.
Zum Beispiel:
2.700 € brutto monatlich
Wenn du ein festes Monatsgehalt bekommst, bedeutet das nicht, dass der Mindestlohn keine Rolle mehr spielt.
Entscheidend ist auch, wie viele Arbeitsstunden du für dieses Gehalt leisten musst.
Deshalb solltest du beim Vergleich von Stellenangeboten nicht nur auf das monatliche Bruttogehalt achten.
4. Wie viel Mindestlohn bekommt man im Monat?
Der gesetzliche Mindestlohn wird pro Arbeitsstunde festgelegt. Es gibt deshalb kein einheitliches Mindestgehalt pro Monat.
Eine ungefähre monatliche Bruttosumme lässt sich jedoch berechnen.
Dafür verwenden wir:
Wochenstunden × 52 Wochen ÷ 12 Monate × 13,90 €
| Arbeitszeit | Durchschnittliche Stunden pro Monat | Ungefähres Bruttogehalt |
|---|---|---|
| 20 Std./Woche | 86,7 Std. | ca. 1.205 € |
| 30 Std./Woche | 130 Std. | ca. 1.807 € |
| 35 Std./Woche | 151,7 Std. | ca. 2.108 € |
| 40 Std./Woche | 173,3 Std. | ca. 2.409 € |
Diese Zahlen sind reine Orientierungswerte und kein garantiertes Monatsgehalt.
Die tatsächliche Vergütung hängt unter anderem vom Arbeitsvertrag, der bezahlten Arbeitszeit, den tatsächlich geleisteten Stunden und weiteren Arbeitsbedingungen ab.
5. Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn?
Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn gilt grundsätzlich für Arbeitnehmer, die in Deutschland arbeiten.
Er ist nicht nur deutschen Staatsbürgern vorbehalten.
Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hängt die Anwendung des Mindestlohns grundsätzlich weder von der Staatsangehörigkeit noch vom Umfang der Beschäftigung ab. Er gilt unter anderem auch für Minijobber, Saisonarbeitskräfte und ausländische Arbeitnehmer, wenn sie in Deutschland arbeiten.
Das bedeutet:
- Du bist erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen.
- Du besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit.
- Du sprichst noch nicht gut Deutsch.
Keiner dieser Punkte ist für sich genommen ein Grund dafür, dir weniger als den anwendbaren Mindestlohn zu zahlen.
6. Gilt der Mindestlohn auch bei Teilzeit?
Ja.
Teilzeit bedeutet, dass du weniger als die für vergleichbare Vollzeitbeschäftigte übliche Arbeitszeit arbeitest.
Zum Beispiel:
- 20 Stunden pro Woche;
- 25 Stunden pro Woche;
- 30 Stunden pro Woche.
Der Mindestlohn ist eine Lohnuntergrenze pro Arbeitsstunde.
Weniger Wochenstunden bedeuten deshalb nicht automatisch, dass ein niedrigerer Stundenlohn zulässig ist.
Auch Teilzeitbeschäftigte profitieren grundsätzlich von der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns.
7. Gilt der Mindestlohn auch beim Minijob?
Ja.
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, für die in Deutschland besondere sozialversicherungs- und steuerrechtliche Regelungen gelten.
Grundsätzlich haben auch Minijobber Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.
Im Jahr 2026 liegt die Minijob-Verdienstgrenze bei:
603 € pro Monat im Jahresdurchschnitt.
Das bedeutet nicht, dass einem Minijobber ein niedrigerer Stundenlohn gezahlt werden darf.
Wenn der Mindestlohn steigt, verändert sich auch die Zahl der Stunden, die bei Bezahlung zum Mindestlohn gearbeitet werden können, ohne die Minijob-Grenze zu überschreiten.
8. Gilt der Mindestlohn wirklich für jeden?
Nein.
Das deutsche Mindestlohnrecht sieht bestimmte Ausnahmen vor.
Deshalb wäre die Aussage
„Jeder Mensch in Deutschland muss mindestens 13,90 € pro Stunde bekommen.“
zu pauschal.
Entscheidend sind der rechtliche Status der Person und die konkrete Form der Beschäftigung.
Besondere Regelungen können beispielsweise für bestimmte Praktika, Berufsausbildungen und weitere gesetzlich geregelte Fälle gelten.
9. Bekommen Azubis den Mindestlohn?
Azubi ist die umgangssprachliche Kurzform für Auszubildende bzw. Auszubildender – also eine Person, die eine Berufsausbildung absolviert.
Bei einer Ausbildung wird ein Beruf in Deutschland üblicherweise sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule erlernt.
Azubis erhalten nicht auf dieselbe Weise den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn wie reguläre Arbeitnehmer.
Sie bekommen eine Ausbildungsvergütung, für die eigene gesetzliche Regelungen gelten.
Deshalb sollte die Ausbildungsvergütung eines Azubis nicht einfach mit dem Stundenlohn eines regulären Arbeitnehmers verglichen werden, ohne den unterschiedlichen Beschäftigungsstatus zu berücksichtigen.
10. Wie berechnet man den Stundenlohn bei einem festen Monatsgehalt?
Nehmen wir an, im Arbeitsvertrag steht:
2.500 € brutto pro Monat
bei:
40 Stunden pro Woche.
Für einen ungefähren Vergleich rechnen wir:
40 × 52 ÷ 12 ≈ 173,3 Stunden pro Monat
2.500 € ÷ 173,3 ≈ 14,42 € brutto pro Stunde.
Das ist eine vereinfachte Orientierungsrechnung.
In der Praxis kann die Berechnung komplizierter sein, beispielsweise bei Überstunden, Arbeitszeitkonten, verschiedenen Vergütungsbestandteilen oder einem geltenden Tarifvertrag.
11. Überstunden – was muss man beim Mindestlohn beachten?
Überstunden sind Arbeitsstunden, die über die jeweils vereinbarte oder maßgebliche Arbeitszeit hinausgehen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, welches Monatsgehalt im Arbeitsvertrag steht.
Wichtig ist auch:
Für wie viele tatsächlich geleistete Arbeitsstunden wird dieses Gehalt bezahlt?
Wenn ein Arbeitnehmer regelmäßig zusätzliche Stunden arbeitet, dürfen diese bei der Prüfung des Mindestlohns nicht einfach ignoriert werden.
Im Arbeitsvertrag können außerdem folgende Begriffe auftauchen:
- Mehrarbeit – zusätzliche Arbeitszeit; die genaue Bedeutung kann vom Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag abhängen;
- Arbeitszeitkonto – ein Konto, auf dem Plus- und Minusstunden erfasst werden;
- „mit dem Gehalt abgegolten“ – eine Formulierung, nach der ein bestimmter Umfang zusätzlicher Arbeit bereits mit dem Gehalt vergütet sein kann.
Deshalb müssen Arbeitszeit und Vertragsbedingungen immer gemeinsam betrachtet werden.
12. Zuschläge – was bedeutet das?
Ein Zuschlag ist eine zusätzliche Zahlung zum Arbeitsentgelt.
In Deutschland kannst du beispielsweise folgende Begriffe finden:
- Nachtzuschlag – Zuschlag für Nachtarbeit;
- Sonntagszuschlag – Zuschlag für Sonntagsarbeit;
- Feiertagszuschlag – Zuschlag für Arbeit an Feiertagen;
- Schichtzulage – zusätzliche Vergütung für Schichtarbeit.
Wichtig: Nicht jeder Zuschlag wird bei der Prüfung des Mindestlohns gleich behandelt.
Nach Angaben des BMAS können bestimmte Zahlungen, die als Gegenleistung für die geleistete Arbeit gezahlt werden, auf den Mindestlohn angerechnet werden. Zahlungen, die aufgrund einer anderen gesetzlichen Verpflichtung geleistet werden müssen, können dagegen anders zu behandeln sein. Als Beispiel nennt das BMAS unter anderem gesetzlich begründete Zuschläge für Nachtarbeit.
Deshalb gilt nicht automatisch:
„Grundlohn + irgendein Zuschlag = Mindestlohn.“
Entscheidend ist, um welche Art von Zuschlag es sich handelt.
13. Mindestlohn ist nicht dasselbe wie Tariflohn
Diese Begriffe solltest du unterscheiden:
Mindestlohn – die allgemeine gesetzliche Lohnuntergrenze.
Tarifvertrag – eine Vereinbarung, die für bestimmte Branchen oder Arbeitsverhältnisse unter anderem Löhne und weitere Arbeitsbedingungen regeln kann.
Tariflohn – die Vergütung, die sich aus dem anwendbaren Tarifvertrag ergibt.
In Stellenanzeigen oder Arbeitsverträgen kannst du außerdem Begriffe wie Entgeltgruppe oder Tarifgruppe finden.
Sie bezeichnen eine Einstufung, nach der sich die Höhe des Arbeitsentgelts innerhalb des jeweiligen Vergütungssystems richtet.
Ein Tariflohn kann über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegen.
Deshalb lautet die entscheidende Frage manchmal nicht nur:
„Bekomme ich mindestens 13,90 €?“
sondern:
„Welche Vergütung steht mir in meiner Branche und für meine Tätigkeit tatsächlich zu?“
14. In manchen Branchen gelten besondere Mindestlöhne
13,90 € sind 2026 der allgemeine gesetzliche Mindestlohn.
In einzelnen Branchen können jedoch andere verbindliche Mindestentgelte oder tarifvertragliche Regelungen gelten.
Das ist besonders wichtig für Menschen, die beispielsweise in folgenden Bereichen arbeiten:
- Pflege;
- Bau;
- Lager und Logistik;
- Gastronomie;
- Gebäudereinigung;
- andere praktische Berufe.
Prüfe deshalb nicht nur den allgemeinen Mindestlohn, sondern auch die Regelungen deiner Branche.
15. Warum ist die Arbeitszeiterfassung so wichtig?
Um deinen tatsächlichen Stundenlohn überprüfen zu können, musst du wissen, wie viele Stunden du wirklich gearbeitet hast.
Arbeitszeiterfassung bedeutet die Dokumentation der geleisteten Arbeitszeit.
Bei bestimmten Beschäftigungsformen und in bestimmten Branchen bestehen besondere Pflichten zur Dokumentation der Arbeitszeit.
Nach Angaben des BMAS betrifft dies beispielsweise – mit bestimmten Ausnahmen – Minijobber sowie Arbeitnehmer in verschiedenen Branchen, darunter:
- Baugewerbe;
- Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe;
- Transport und Logistik;
- Gebäudereinigung;
- Fleischwirtschaft;
- Friseur- und Kosmetikgewerbe;
- sowie weitere gesetzlich bestimmte Bereiche.
Dabei werden unter anderem Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dokumentiert. Pausen zählen dabei grundsätzlich nicht zur geleisteten Arbeitszeit und müssen entsprechend berücksichtigt werden.
Auch für Arbeitnehmer selbst ist es sinnvoll, folgende Angaben festzuhalten:
Datum → Arbeitsbeginn → Arbeitsende → Pausen → tatsächlich geleistete Arbeitsstunden
16. Was steht auf einer deutschen Lohnabrechnung?
Die monatliche Abrechnung deines Arbeitsentgelts wird in Deutschland häufig als
- Lohnabrechnung
- oder Gehaltsabrechnung
bezeichnet.
Eine deutsche Lohn- oder Gehaltsabrechnung enthält deutlich mehr Informationen als nur Brutto und Netto.
Typische Angaben sind beispielsweise:
- Personalnummer – interne Personalnummer des Arbeitnehmers;
- Eintritt – Datum des Beschäftigungsbeginns;
- Steuer-ID – persönliche steuerliche Identifikationsnummer;
- Steuerklasse – Steuerklasse, die für die Berechnung der Lohnsteuer verwendet wird;
- Krankenkasse – zuständige gesetzliche Krankenkasse;
- wöchentliche Arbeitszeit – vertragliche Wochenarbeitszeit;
- Stundenlohn – Vergütung pro Arbeitsstunde;
- Gehalt – vereinbartes Gehalt;
- Gesamt-Brutto – gesamte Bruttovergütung.
Danach folgen üblicherweise Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.
17. Was bedeuten KV, RV, AV und PV auf der Lohnabrechnung?
Auf deutschen Lohnabrechnungen werden häufig Abkürzungen verwendet.
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| KV – Krankenversicherung | Beitrag zur Krankenversicherung. |
| RV – Rentenversicherung | Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. |
| AV – Arbeitslosenversicherung | Beitrag zur Arbeitslosenversicherung. |
| PV – Pflegeversicherung | Beitrag zur Pflegeversicherung. |
Auf der Abrechnung können deshalb beispielsweise Angaben wie KV-Beitrag oder RV-Beitrag erscheinen.
18. Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag
Auf der Gehaltsabrechnung findest du in der Regel auch Angaben zu Steuern.
Lohnsteuer – die Steuer auf Arbeitslohn, die der Arbeitgeber vom Gehalt einbehält und an die Finanzverwaltung abführt.
Kirchensteuer – eine Steuer, die anfällt, wenn sie für den jeweiligen Arbeitnehmer aufgrund seiner persönlichen Situation erhoben wird.
Solidaritätszuschlag – ein Zuschlag zur Einkommen- bzw. Lohnsteuer, soweit er im jeweiligen Fall anfällt.
Das bedeutet nicht, dass bei jedem Arbeitnehmer bei allen drei Positionen zwangsläufig ein Betrag abgezogen wird.
19. Netto-Verdienst und Auszahlungsbetrag – was ist der Unterschied?
Zwei weitere Begriffe auf der Lohnabrechnung solltest du kennen:
Netto-Verdienst – das Arbeitsentgelt nach den entsprechenden Steuer- und Sozialversicherungsabzügen.
Auszahlungsbetrag – der endgültige Betrag, der laut der jeweiligen Abrechnung ausgezahlt wird.
Diese Beträge können identisch sein.
In bestimmten Fällen können jedoch weitere Bezüge oder Abzüge dazu führen, dass sich der Auszahlungsbetrag vom Netto-Verdienst unterscheidet.
Deshalb solltest du deine Gehaltsabrechnung nicht nur anhand einer großen Netto-Zahl beurteilen.
Brutto → Steuern → Sozialversicherungsbeiträge → Netto → mögliche weitere Abrechnungspositionen → Auszahlungsbetrag
20. Wie kann ich prüfen, ob mein Gehalt dem Mindestlohn entspricht?
Beginne mit vier wichtigen Dokumenten beziehungsweise Informationsquellen:
-
Arbeitsvertrag
Prüfe das vereinbarte Gehalt und die vereinbarte Arbeitszeit.
-
Arbeitszeiterfassung
Prüfe, wie viele Stunden du tatsächlich gearbeitet hast.
-
Lohnabrechnung oder Gehaltsabrechnung
Prüfe Bruttoentgelt, Arbeitsstunden, Zuschläge und weitere Vergütungsbestandteile.
-
Bankkonto
Prüfe den tatsächlich ausgezahlten Betrag.
Wenn du nach Stunden bezahlt wirst, ist die Kontrolle meistens relativ einfach.
Bei einem festen Monatsgehalt mit Überstunden, Arbeitszeitkonto oder unterschiedlichen Zuschlägen kann die Berechnung komplizierter sein.
21. Was tun, wenn der Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlt?
Sammle zunächst alle Informationen und Unterlagen, mit denen du deine Arbeitszeit und Bezahlung belegen kannst.
Bewahre insbesondere auf:
- Arbeitsvertrag;
- Lohn- und Gehaltsabrechnungen;
- Arbeitszeitaufzeichnungen;
- Schichtpläne;
- Informationen zu Überstunden;
- Nachweise über Gehaltszahlungen.
Prüfe anschließend, ob für dein Arbeitsverhältnis der allgemeine gesetzliche Mindestlohn oder eine andere besondere Regelung gilt.
Die Einhaltung der Mindestlohnbestimmungen wird in Deutschland unter anderem durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Zollverwaltung kontrolliert.
Der gesetzliche Mindestlohn ist kein freiwilliger Bonus des Arbeitgebers.
Wenn das Mindestlohngesetz auf das Arbeitsverhältnis anwendbar ist, besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die entsprechende Mindestvergütung.
22. Die wichtigsten deutschen Begriffe rund um Lohn und Gehalt
| Begriff | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Mindestlohn | gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze |
| Stundenlohn | Vergütung pro Arbeitsstunde |
| Monatsgehalt | festes Gehalt pro Monat |
| Bruttogehalt | Gehalt vor Steuern und Sozialabgaben |
| Nettogehalt | Gehalt nach den entsprechenden Abzügen |
| Lohnabrechnung / Gehaltsabrechnung | monatliche Abrechnung des Arbeitsentgelts |
| Gesamt-Brutto | gesamte Bruttovergütung |
| Lohnsteuer | vom Arbeitslohn einbehaltene Steuer |
| Krankenversicherung (KV) | Krankenversicherungsbeitrag |
| Rentenversicherung (RV) | Rentenversicherungsbeitrag |
| Arbeitslosenversicherung (AV) | Arbeitslosenversicherungsbeitrag |
| Pflegeversicherung (PV) | Pflegeversicherungsbeitrag |
| Netto-Verdienst | Nettoarbeitsentgelt |
| Auszahlungsbetrag | tatsächlich auszuzahlender Endbetrag |
| Überstunden | zusätzlich geleistete Arbeitsstunden |
| Arbeitszeitkonto | Konto zur Erfassung von Plus- und Minusstunden |
| Zuschlag | zusätzliche Vergütung |
| Tarifvertrag | Vereinbarung über Löhne und Arbeitsbedingungen |
| Tariflohn | nach Tarifvertrag festgelegte Vergütung |
| Teilzeit | Beschäftigung mit reduzierter Arbeitszeit |
| Minijob | geringfügige Beschäftigung mit besonderen Regelungen |
| Probezeit | vereinbarte Anfangsphase eines Arbeitsverhältnisses |
| Ausbildung | berufliche Ausbildung |
23. Checkliste: So überprüfst du dein Gehalt in Deutschland
Wenn du ein Stellenangebot oder eine Gehaltsabrechnung bekommst, solltest du prüfen:
- Wie hoch ist dein Bruttogehalt?
- Bekommst du Stundenlohn oder Monatsgehalt?
- Wie viele Wochenstunden stehen im Arbeitsvertrag?
- Wie viele Stunden hast du tatsächlich gearbeitet?
- Wie werden Überstunden behandelt?
- Gibt es ein Arbeitszeitkonto?
- Bekommst du Zuschläge?
- Gilt für dein Arbeitsverhältnis ein Tarifvertrag?
- Gibt es für deine Branche besondere Mindestentgelte?
- Stimmen Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag und tatsächlich geleistete Arbeitszeit überein?
Schau nicht nur auf den Netto-Betrag auf deinem Bankkonto.
Um dein Gehalt richtig zu verstehen, musst du das Gesamtbild betrachten.
Häufige Fragen zum Mindestlohn in Deutschland
Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 13,90 € brutto pro Stunde.
Wie hoch ist der Mindestlohn 2027?
Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 14,60 € brutto pro Stunde.
Wie hoch ist der Mindestlohn im Monat bei einer 40-Stunden-Woche?
Mit der Durchschnittsberechnung 40 × 52 ÷ 12 ergeben sich ungefähr 173,3 Arbeitsstunden pro Monat.
Bei einem Stundenlohn von 13,90 € entspricht das ungefähr:
2.409 € brutto pro Monat.
Dabei handelt es sich um einen mathematischen Orientierungswert und nicht um ein allgemeingültiges garantiertes Monatsgehalt.
Wie hoch ist der Mindestlohn netto?
Einen einheitlichen Netto-Mindestlohn gibt es nicht.
Der gesetzliche Mindestlohn wird als Bruttostundenlohn festgelegt. Wie viel netto übrig bleibt, hängt von der individuellen Steuer- und Sozialversicherungssituation ab.
Gilt der Mindestlohn für Ausländer?
Ja. Die Staatsangehörigkeit allein ändert grundsätzlich nichts am Anspruch auf den anwendbaren Mindestlohn für eine Beschäftigung in Deutschland.
Gilt der Mindestlohn bei Teilzeit?
Ja. Teilzeit ist für sich genommen keine Ausnahme vom gesetzlichen Mindestlohn.
Gilt der Mindestlohn beim Minijob?
Ja. Auch Minijobber haben grundsätzlich Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.
Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?
Im Jahr 2026 beträgt die Minijob-Verdienstgrenze 603 € pro Monat im Jahresdurchschnitt.
Zählt eine Pause als bezahlte Arbeitszeit?
Das sollte nicht automatisch angenommen werden. Bei der Arbeitszeitdokumentation im Zusammenhang mit dem Mindestlohn zählen Pausen grundsätzlich nicht zur geleisteten Arbeitszeit und werden von der dokumentierten Arbeitsdauer abgezogen.
Darf der Arbeitgeber in der Probezeit weniger als den Mindestlohn zahlen?
Die Probezeit allein hebt den Anspruch auf den anwendbaren gesetzlichen Mindestlohn nicht auf.
Es muss jedoch geprüft werden, ob im konkreten Fall eine gesetzlich vorgesehene Ausnahme besteht.
Darf der Arbeitgeber wegen schlechter Deutschkenntnisse weniger bezahlen?
Nein. Schlechte oder geringe Deutschkenntnisse sind für sich genommen kein Grund, den anwendbaren gesetzlichen Mindestlohn zu unterschreiten.
Sind Überstunden für die Mindestlohn-Berechnung wichtig?
Ja. Entscheidend ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Deshalb ist eine korrekte Arbeitszeiterfassung besonders wichtig.
Sind 13,90 € in jedem Beruf der Mindestlohn?
13,90 € sind 2026 der allgemeine gesetzliche Mindestlohn.
In einzelnen Branchen oder Arbeitsverhältnissen können jedoch andere verbindliche Mindestentgelte oder tarifvertragliche Regelungen gelten.
Fazit: Beim Mindestlohn zählt nicht nur die Zahl 13,90 €
Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt 2026:
13,90 € brutto pro Stunde.
Doch wer in Deutschland arbeitet, sollte die gesamte Kette verstehen:
Mindestlohn → Stundenlohn → Arbeitszeit → Überstunden → Zuschläge → Brutto → Steuern und Sozialversicherung → Netto → Auszahlungsbetrag
So kannst du nicht nur erkennen, welches Gehalt in deinem Arbeitsvertrag steht, sondern auch verstehen, für wie viele Arbeitsstunden du bezahlt wirst und wie sich der Betrag zusammensetzt, der am Ende auf deinem Konto ankommt.
Siehst du in einer Stellenanzeige einen attraktiven Stundenlohn, prüfe auch die Arbeitsbedingungen.
Siehst du im Arbeitsvertrag ein gutes Monatsgehalt, prüfe die vereinbarte Arbeitszeit und die Regelungen zu Überstunden.
Bekommst du deine Lohnabrechnung, schau nicht nur auf den Netto-Betrag. Prüfe auch Brutto, Arbeitszeit, Zuschläge, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.
Ein gutes Stellenangebot besteht nicht nur aus einer großen Gehaltszahl. Entscheidend ist, für welche Arbeit, für wie viele Stunden und zu welchen Bedingungen dieses Gehalt gezahlt wird.
Passende Übungen
Lerne direkt mit den passenden Seiten und Spielen zu diesem Artikel weiter.