
Pflegehelfer in Deutschland 2026 – Arbeit, Gehalt, Voraussetzungen, Deutsch und Anerkennung
Kann man in Deutschland ohne Ausbildung in der Pflege arbeiten? Bei vielen Stellen als Pflegehelfer oder Pflegehilfskraft ist das möglich. Allerdings kann sich hinter der Bezeichnung „Pflegehelfer“ sehr unterschiedliche Arbeit verbergen. Manche Arbeitgeber stellen auch Quereinsteiger ohne Pflegeausbildung ein, andere setzen eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegehilfskraft voraus. Auch Gehalt, Aufgaben, Deutschkenntnisse und die Frage, ob eine ausländische Qualifikation anerkannt werden muss, unterscheiden sich je nach Stelle.
Gerade die verschiedenen Berufsbezeichnungen sorgen am Anfang häufig für Verwirrung. In Stellenanzeigen findet man Begriffe wie Pflegehelfer, Pflegehilfskraft, Altenpflegehelfer, Pflegeassistent, Pflegefachassistent und Pflegefachkraft. Sie bezeichnen nicht einfach denselben Beruf mit unterschiedlichen Namen.
Wer in Deutschland neu in die Pflege einsteigen möchte, muss diese Begriffe nicht alle auswendig kennen. Viel wichtiger ist zu verstehen, welche Tätigkeiten man mit der eigenen Qualifikation übernehmen darf, was der Arbeitgeber verlangt und welcher nächste berufliche Schritt möglich ist.
Was ist ein Pflegehelfer?
Vereinfacht gesagt unterstützt ein Pflegehelfer oder eine Pflegehilfskraft Menschen bei der täglichen Pflege und entlastet qualifizierte Pflegekräfte.
Arbeitsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in Senioren- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen oder in der ambulanten Pflege, bei der Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden.
Im Arbeitsalltag kann das bedeuten, einer Person beim Aufstehen, Waschen oder Anziehen zu helfen, sie beim Essen zu unterstützen, sie zu begleiten oder bei der Mobilität zu helfen. Ebenso wichtig ist es, Veränderungen im Zustand eines Bewohners oder Patienten zu bemerken und an das qualifizierte Pflegepersonal weiterzugeben.
Pflege ist praktische Arbeit mit Menschen. Deshalb sind Deutschkenntnisse hier nicht nur eine Angabe im Lebenslauf, sondern ein wichtiges Arbeitsmittel.
Ein Pflegehelfer ist jedoch nicht dasselbe wie eine Pflegefachkraft. Eine Hilfskraft trägt nicht im gleichen Umfang Verantwortung für den gesamten professionellen Pflegeprozess wie eine entsprechend ausgebildete Fachkraft.
Kann man ohne Ausbildung als Pflegehelfer arbeiten?
Bei manchen Stellen ja.
Gerade deshalb kann die Pflege für Menschen interessant sein, die neu in Deutschland sind, aus einem anderen Beruf kommen oder zunächst herausfinden möchten, ob die Arbeit in der Pflege überhaupt zu ihnen passt.
Stellenanzeigen enthalten zum Beispiel Formulierungen wie:
Pflegehilfskraft – Quereinsteiger willkommen.
Das bedeutet, dass sich auch Menschen bewerben können, die bisher in einem anderen Beruf gearbeitet haben und noch keine abgeschlossene Pflegeausbildung besitzen.
Eine solche Stelle kann ein realistischer Einstieg in die Pflege sein.
Daraus sollte man allerdings nicht schließen, dass bei jeder Stelle mit der Bezeichnung Pflegehelfer keine Qualifikation verlangt wird.
Steht in der Anzeige beispielsweise „staatlich anerkannte Pflegehilfskraft“, „einjährige Ausbildung erforderlich“ oder wird eine bestimmte Qualifikation in der Pflegeassistenz verlangt, gelten andere Voraussetzungen.
Die Berufsbezeichnung allein reicht deshalb nicht aus. Entscheidend sind immer die konkreten Anforderungen der jeweiligen Stellenanzeige.
Pflegehelfer, Pflegehilfskraft und Pflegefachkraft – was ist der Unterschied?
Am einfachsten lassen sich die Unterschiede anhand von Qualifikation und Verantwortung erklären.
Pflegehelfer oder Pflegehilfskräfte unterstützen bei der Versorgung und übernehmen Hilfs- und Betreuungstätigkeiten. Bei einem Teil dieser Stellen ist der Einstieg auch ohne abgeschlossene Pflegeausbildung möglich.
Altenpflegehelfer, Gesundheits- und Krankenpflegehelfer, Pflegeassistenten oder Pflegefachassistenten können dagegen bereits beruflich qualifizierte Pflegehilfskräfte sein.
Im Jahr 2026 ist dieses System in Deutschland noch nicht vollständig einheitlich geregelt. Ein wesentlicher Teil der Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen wurde bisher auf Ebene der Bundesländer geregelt.
Eine Pflegefachkraft verfügt dagegen über eine umfassendere berufliche Qualifikation und trägt deutlich mehr Verantwortung. Pflegefachkräfte können den professionellen Pflegeprozess selbstständig planen, organisieren und beurteilen und Aufgaben übernehmen, die nicht einfach an unqualifizierte Hilfskräfte übertragen werden dürfen.
Die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann dauert in Deutschland in der Regel drei Jahre.
Für jemanden ohne Pflegeausbildung muss der Einstieg deshalb nicht automatisch mit einer dreijährigen Ausbildung beginnen. Eine Tätigkeit als Pflegehelfer kann auch eine Möglichkeit sein, die Branche zunächst in der Praxis kennenzulernen.
Was macht ein Pflegehelfer im Arbeitsalltag?
Das hängt stark vom Arbeitsplatz ab.
In einem Senioren- oder Pflegeheim geht es häufig um Körperpflege, Ankleiden, Essen, Mobilität und Unterstützung im Alltag. Im Krankenhaus ist das Umfeld meist medizinisch intensiver. In der ambulanten Pflege fährt man dagegen zu den Patienten oder Pflegebedürftigen nach Hause.
Deshalb kann bei einer Stelle als Pflegehelfer auch ein Führerschein verlangt werden, während er bei einer anderen Stelle überhaupt keine Rolle spielt.
Typische Tätigkeiten können sein, Menschen beim Aufstehen und Bewegen zu unterstützen, Betten vorzubereiten, bei der Körperpflege oder beim Essen zu helfen, Patienten oder Bewohner zu begleiten und ihren Zustand zu beobachten.
Auch die Weitergabe von Informationen an Kollegen ist wichtig. Treten beispielsweise Schmerzen, Verwirrtheit, Atemprobleme oder andere Veränderungen auf, reicht es nicht, diese nur zu bemerken. Man muss sie auch verständlich weitergeben können.
Genau hier werden Deutschkenntnisse zu einem Teil der beruflichen Sicherheit.
Wie viel verdient ein Pflegehelfer in Deutschland 2026?
Auf die Frage „Wie viel verdient ein Pflegehelfer?“ gibt es keine einzelne Zahl, die für ganz Deutschland gilt.
Das Gehalt kann sich selbst bei ähnlich aussehenden Stellen unterscheiden. Entscheidend sind unter anderem Qualifikation, Berufserfahrung, Bundesland, Arbeitgeber und Tarifvertrag. Hinzu kommen mögliche Zuschläge für Nachtarbeit, Sonntage oder Feiertage.
Beim Vergleich von Stellenangeboten sollte man deshalb nicht nur auf das angegebene Monatsgehalt schauen, sondern auch auf Tarifvertrag, Zuschläge, Arbeitszeit und die verlangte Qualifikation.
Pflegemindestlohn 2026
Für Teile der Pflegebranche gilt in Deutschland ein besonderer Pflegemindestlohn, der über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegt.
Seit dem 1. Juli 2026 gelten folgende Mindeststundenlöhne brutto:
| Qualifikation | Mindestlohn brutto pro Stunde |
|---|---|
| Pflegehilfskraft | 16,52 € |
| qualifizierte Pflegehilfskraft mit mindestens einjähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit | 17,80 € |
| Pflegefachkraft | 21,03 € |
Wichtig ist die richtige Einordnung: 16,52 € sind nicht einfach „das Gehalt eines Pflegehelfers in Deutschland“. Es handelt sich um den vorgeschriebenen Mindeststundenlohn für Beschäftigungsverhältnisse, die unter die entsprechende Pflegemindestlohnregelung fallen.
Ein Arbeitgeber kann selbstverständlich mehr bezahlen. Durch Tarifverträge, Berufserfahrung und Zuschläge kann der tatsächliche Verdienst deutlich höher ausfallen.
Der besondere Pflegemindestlohn gilt außerdem nicht automatisch für jede denkbare Beschäftigung, bei der eine Person eine andere pflegt. Für bestimmte Arbeitsverhältnisse in Privathaushalten können beispielsweise andere Regelungen gelten.
Welche Deutschkenntnisse braucht ein Pflegehelfer?
In der Praxis passiert häufig Folgendes: Jemand kann sich im Alltag bereits auf Deutsch verständigen und stellt am ersten Arbeitstag fest, dass Begriffe wie Körperpflege, Wunde, Übergabe oder Pflegedokumentation trotzdem neu sind.
Das ist nicht ungewöhnlich, denn Alltagsdeutsch und Deutsch für die Pflege sind nicht dasselbe.
Als Pflegehelfer muss man Beschwerden, Schmerzen und Bedürfnisse verstehen können. Ebenso wichtig sind Anweisungen von Kollegen sowie Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Gleichzeitig muss man selbst Fragen stellen und Situationen erklären können.
Typische Wörter aus dem Pflegealltag sind zum Beispiel:
- der Bewohner — eine Person, die zum Beispiel in einem Pflegeheim lebt
- der Patient — eine Person, die medizinisch behandelt oder betreut wird
- die Pflegekraft — eine Person, die in der Pflege arbeitet
- die Körperpflege — Unterstützung beim Waschen und bei der persönlichen Hygiene
- die Wunde — eine Verletzung der Haut oder des Gewebes
- der Blutdruck — ein wichtiger medizinischer Messwert
- die Medikamente — Arzneimittel
- die Schicht — festgelegte Arbeitszeit, zum Beispiel Früh-, Spät- oder Nachtschicht
- der Rollstuhl — Hilfsmittel für Menschen mit eingeschränkter Mobilität
- die Übergabe — Weitergabe wichtiger Informationen an die nächste Schicht
- die Schmerzen — körperliche Beschwerden
- der Pflegedienst — Dienstleister für pflegerische Versorgung
- die Pflegedokumentation — Dokumentation wichtiger Informationen zur Pflege
Es gibt kein einheitliches Deutschniveau, das für jede Pflegehelfer-Stelle vorgeschrieben ist.
Bei einfachen Hilfstätigkeiten können Arbeitgeber niedrigere Anforderungen stellen. Wer langfristig in der Pflege arbeiten möchte, hat mit B1 jedoch ein sehr sinnvolles Ziel. Für weitere berufliche Schritte kann je nach Beruf und Situation B2 erforderlich sein.
Entscheidend ist nicht nur ein Sprachzertifikat. Im Arbeitsalltag muss man Patienten, Bewohner, Kollegen und Dokumentationen tatsächlich verstehen und Probleme möglichst genau beschreiben können.
Ich habe nur Deutsch A2. Lohnt sich eine Bewerbung trotzdem?
Ja, es lohnt sich auf jeden Fall, passende Stellenangebote anzusehen.
Für manche Arbeitgeber zählen auch Motivation, bisherige Berufserfahrung und die Bereitschaft, die Deutschkenntnisse weiterzuentwickeln. Bei anderen Stellen wird A2 nicht ausreichen.
Deshalb ist es sinnvoller, die Anforderungen einer konkreten Stelle zu prüfen, als sich selbst von vornherein zu sagen:
„Mein Deutsch ist noch nicht perfekt, also kann ich nicht in der Pflege arbeiten.“
Gleichzeitig sollte man die eigenen Sprachkenntnisse realistisch einschätzen. In der Pflege können falsch verstandene Informationen die Gesundheit und Sicherheit eines anderen Menschen betreffen.
Braucht ein Pflegehelfer eine Anerkennung?
Mit Anerkennung ist die offizielle Anerkennung einer im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikation in Deutschland gemeint.
Nicht für jede Tätigkeit als Pflegehelfer ist eine Anerkennung erforderlich.
Dabei sollte man zwei sehr unterschiedliche Situationen auseinanderhalten.
Ich habe keine berufliche Ausbildung in der Pflege
Wer sich auf eine einfache, nicht qualifizierte Stelle als Pflegehilfskraft bewirbt, muss möglicherweise gar keine ausländische Pflegequalifikation anerkennen lassen, weil keine entsprechende berufliche Qualifikation vorhanden ist.
Entscheidend sind dann vielmehr die Anforderungen des Arbeitgebers, die Deutschkenntnisse und die Frage, welche Tätigkeiten in der konkreten Position übernommen werden dürfen.
Ich habe in meinem Heimatland bereits eine Ausbildung als Pflegekraft oder Krankenschwester
Dann sieht die Situation anders aus.
Wer beispielsweise in Lettland, der Ukraine oder einem anderen Land bereits eine berufliche Qualifikation in der Kranken- oder Altenpflege erworben hat, sollte nicht automatisch nur nach unqualifizierten Pflegehelfer-Stellen suchen.
Zuerst sollte geklärt werden:
Welchem deutschen Referenzberuf entspricht meine Qualifikation und kann sie in Deutschland anerkannt werden?
Wer in einem reglementierten Pflegefachberuf arbeiten möchte, für den ist die Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation besonders wichtig.
Das bedeutet nicht, dass ein ausländischer Abschluss in Deutschland automatisch anerkannt wird. Genauso falsch wäre jedoch die Annahme, dass eine ausländische Ausbildung in Deutschland grundsätzlich keinen Wert hat.
Der richtige erste Schritt ist deshalb, die Möglichkeiten der beruflichen Anerkennung zu prüfen.
Warum gibt es bei der Anerkennung für Pflegehelfer keine einheitliche Antwort?
Im Jahr 2026 ist das System der Pflegehilfe und Pflegeassistenz in Deutschland noch vergleichsweise kompliziert.
Einige Pflegehilfsberufe sind nur in bestimmten Bundesländern reglementiert. Auch Berufsbezeichnungen und Ausbildungsmodelle unterscheiden sich.
Wer eine ausländische Qualifikation besitzt, sollte deshalb nicht nur klären, um welchen Beruf es geht, sondern auch, in welchem Bundesland er oder sie arbeiten möchte.
Zuerst klären, welchem deutschen Beruf die eigene Qualifikation entspricht. Danach prüfen, ob für diesen Beruf eine Anerkennung erforderlich ist.
Was ändert sich in der Pflege ab 2027?
Diese Frage ist besonders wichtig für Menschen, die gerade 2026 über einen Einstieg oder eine berufliche Zukunft in der Pflege nachdenken.
Bisher gibt es in Deutschland 27 unterschiedliche landesrechtlich geregelte Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen.
Für Außenstehende ist das System deshalb schwer überschaubar: ähnliche Berufsbezeichnungen, unterschiedliche Ausbildungsdauer und unterschiedliche Anforderungen je nach Bundesland.
Ab dem 1. Januar 2027 startet die neue bundesweit einheitliche Pflegefachassistenzausbildung.
Die reguläre Ausbildung in Vollzeit dauert 18 Monate und wird vergütet.
Damit wird ein wichtiger Schritt hin zu einem übersichtlicheren und bundesweit einheitlicheren System gemacht.
Allerdings verschwinden die bisherigen Berufsbezeichnungen nicht am 1. Januar 2027 plötzlich vom Arbeitsmarkt. Viele Menschen besitzen bereits Qualifikationen in Altenpflegehilfe, Krankenpflegehilfe oder Pflegeassistenz. Außerdem ermöglichen Übergangsregelungen unter bestimmten Voraussetzungen, bereits begonnene Ausbildungen nach den bisherigen Regelungen abzuschließen.
Deshalb werden unterschiedliche Berufsbezeichnungen auch in den kommenden Jahren noch in Stellenanzeigen auftauchen.
Kann Pflegehelfer der erste Schritt zur Pflegefachkraft sein?
Ja. Gerade für Menschen, die langfristig in der Pflege arbeiten möchten, kann es sinnvoll sein, eine Tätigkeit als Pflegehelfer als Einstieg und nicht automatisch als Endpunkt zu betrachten.
Ein Beispiel:
Jemand beginnt in Deutschland als Pflegehilfskraft ohne abgeschlossene Pflegeausbildung. Im Beruf sammelt die Person erste praktische Erfahrungen, verbessert gleichzeitig ihre Deutschkenntnisse und merkt, dass ihr die Arbeit in der Pflege liegt.
Dann muss die erste Stelle nicht das Ende der beruflichen Entwicklung sein.
Ein möglicher Weg kann künftig so aussehen:
Pflegehelfer / Pflegehilfskraft → Pflegefachassistenz → Pflegefachkraft → Weiterbildung oder Spezialisierung
Welcher Weg tatsächlich möglich und sinnvoll ist, hängt von der bisherigen Ausbildung, Berufserfahrung und persönlichen Situation ab.
Der entscheidende Punkt ist: Wer als Pflegehelfer beginnt, muss nicht sein gesamtes Berufsleben Pflegehelfer bleiben.
Wie findet man einen Job als Pflegehelfer in Deutschland?
Ein häufiger Fehler bei der Jobsuche besteht darin, ausschließlich nach dem Begriff Pflegehelfer zu suchen.
Arbeitgeber verwenden unterschiedliche Berufsbezeichnungen. Deshalb lohnt es sich, in Jobportalen auch nach folgenden Begriffen zu suchen:
- Pflegehilfskraft
- Pflegehelfer ohne Ausbildung
- Pflegehelfer Quereinsteiger
- Pflegekraft ohne Ausbildung
- Altenpflegehelfer
- Pflegeassistent
- Pflegehelfer Seniorenheim
- Pflegehelfer Krankenhaus
- Pflegehelfer ambulante Pflege
Wer eine Stelle an einem bestimmten Ort sucht, kann zusätzlich den Namen der Stadt oder Region eingeben.
Danach sollte man nicht nur die Überschrift der Stellenanzeige lesen. Entscheidend sind die Details: Wird eine Ausbildung oder Berufserfahrung verlangt? Welche Deutschkenntnisse werden vorausgesetzt? Ist ein Führerschein notwendig? Wird im Schichtdienst gearbeitet? Gilt ein Tarifvertrag?
Genau diese Angaben zeigen meistens, ob eine Stelle tatsächlich zur eigenen Situation passt.
Ist die Arbeit als Pflegehelfer leicht?
Nein. Dass für manche Stellen keine abgeschlossene Pflegeausbildung erforderlich ist, bedeutet nicht, dass die Arbeit selbst einfach ist.
Pflege kann körperlich anstrengend sein. Man unterstützt Menschen bei der Bewegung, arbeitet im Schichtdienst, an Wochenenden und teilweise auch nachts.
Hinzu kommt die emotionale Belastung. Im Arbeitsalltag begegnet man Alter, Krankheit, Schmerzen, Verwirrtheit und manchmal auch Menschen in ihrer letzten Lebensphase.
Außerdem gehören sehr persönliche Tätigkeiten zur Pflege, beispielsweise Hilfe bei der Körperpflege oder beim Toilettengang.
Vor der Entscheidung für diesen Beruf sollte man sich deshalb nicht nur fragen:
„Kann ich diesen Job bekommen?“
Sondern auch:
„Möchte ich diese Arbeit jeden Tag machen?“
Ein guter Pflegehelfer braucht nicht nur körperliche Belastbarkeit. Ebenso wichtig sind Geduld, Zuverlässigkeit, Aufmerksamkeit, Teamfähigkeit und ein respektvoller Umgang mit Menschen — auch in unangenehmen oder schwierigen Situationen.
Häufige Fragen zum Pflegehelfer in Deutschland
Kann man in Deutschland ohne Ausbildung als Pflegehelfer arbeiten?
Ja, bei manchen Stellen als Pflegehelfer oder Pflegehilfskraft ist ein Einstieg auch ohne abgeschlossene Pflegeausbildung möglich. Es gibt jedoch ebenfalls qualifizierte Pflegehilfsberufe, für die eine entsprechende Ausbildung erforderlich ist.
Braucht ein Pflegehelfer eine Anerkennung?
Nicht immer. Eine Anerkennung betrifft die offizielle Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation in Deutschland. Ob sie erforderlich ist, hängt vom konkreten Beruf und der vorhandenen ausländischen Qualifikation ab. Wer in einem reglementierten Pflegefachberuf arbeiten möchte, sollte die Anerkennung besonders sorgfältig prüfen.
Welches Deutschniveau braucht ein Pflegehelfer?
Es gibt keine einheitliche Vorgabe für alle Pflegehelfer-Stellen. Bei einfachen Hilfstätigkeiten können die Anforderungen niedriger sein. Für eine langfristige Tätigkeit in der Pflege ist B1 ein sehr sinnvolles Ziel. Für weitere berufliche Schritte kann je nach Beruf B2 erforderlich sein.
Wie hoch ist der Pflegemindestlohn 2026?
Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der besondere Mindestlohn für Pflegehilfskräfte 16,52 € brutto pro Stunde. Für qualifizierte Pflegehilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit sind es 17,80 € brutto pro Stunde, sofern das jeweilige Beschäftigungsverhältnis unter die Pflegemindestlohnregelung fällt.
Was ändert sich 2027?
Ab 2027 startet in Deutschland die bundesweit einheitliche Pflegefachassistenzausbildung. Die reguläre Ausbildungsdauer in Vollzeit beträgt 18 Monate.
Mit DMS auf die Arbeit in der Pflege vorbereiten
Wer in der Pflege arbeiten möchte, muss zunächst eine passende Stelle finden. Danach beginnt jedoch der eigentliche Arbeitsalltag: Patienten und Bewohner verstehen, mit Kollegen kommunizieren, Anweisungen erfassen und wichtige Fachbegriffe kennen.
Genau hier kann Deutsch mit Spaß (DMS) unterstützen.
Mit DMS kannst du Deutsch und praktische Themen für das Leben und Arbeiten in Deutschland trainieren — darunter Körper und Gesundheit, Krankheiten und Symptome, Kommunikation im Alltag, Berufe, Erste Hilfe und berufsbezogenes Deutsch für die Pflege.
DMS ersetzt weder eine professionelle Pflegeausbildung noch die offizielle Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation.
Das Ziel ist ein anderes: DMS hilft dir, die deutsche Sprache und typische Situationen besser zu verstehen, denen du im Arbeitsalltag in Deutschland tatsächlich begegnen kannst.
Fazit
Wer noch keine berufliche Ausbildung in der Pflege hat, sich aber für diesen Bereich interessiert, kann über eine Stelle als Pflegehelfer oder Pflegehilfskraft einen realistischen Einstieg in Deutschland finden. Bei manchen Arbeitgebern ist der Einstieg auch als Quereinsteiger ohne Pflegeausbildung möglich.
Wer dagegen bereits im Ausland eine Ausbildung als Pflegekraft, Krankenschwester oder in einem vergleichbaren Pflegeberuf abgeschlossen hat, befindet sich in einer anderen Situation. Bevor man sich ausschließlich auf unqualifizierte Hilfsstellen bewirbt, sollte man prüfen, ob und wie die vorhandene Berufsqualifikation in Deutschland anerkannt werden kann.
Und wer Pflege als langfristige berufliche Perspektive sieht, sollte über den ersten Arbeitsvertrag hinausdenken.
Mit der neuen Pflegefachassistenz wird der berufliche Entwicklungsweg ab 2027 übersichtlicher:
Pflegehelfer / Pflegehilfskraft → Pflegefachassistenz → Pflegefachkraft
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Kann ich in Deutschland als Pflegehelfer arbeiten?“
Für viele Menschen lautet die Antwort darauf: ja.
Mindestens genauso wichtig ist die nächste Frage:
„Wo möchte ich beruflich in zwei oder fünf Jahren stehen?“
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